
Die Zeiten, in denen Nachhaltigkeit lediglich als Trendthema betrachtet wurde und für viele Unternehmen nur eine untergeordnete Rolle spielte, sind längst vorbei. Die Realität, geprägt von extremen Wetterereignissen und Temperaturen, zeigt uns unmissverständlich, dass dringendes Handeln erforderlich ist.
Hier kann sich auch die digitale Branche nicht mehr enthalten und muss sich langsam aber ehrlich eingestehen: Digitale Werbung erzeugt einen beträchtlichen ökologischen Fußabdruck, den es zukünftig gilt, deutlich zu verringern – denn Nachhaltigkeit ist in jeder Branche wichtig, auch in unserer!
Deshalb liegt der Auftrag an uns alle klar auf der Hand:
Liebe Branche, reduziert den CO2Fußabdruck – im Interesse der Gesundheit unseres Planeten, aber auch für den langfristigen Erfolg des eigenen Unternehmens in einer sich schnell verändernden Welt.
Dass sich die Branche dem Thema stellt, zeigt sich auch deutlich daran, dass Nachhaltigkeit laut IAB Europe als eine der drei größten Herausforderungen in der digitalen Werbung gilt.

Quelle: IAB Europe, State of Readiness – Sustainability in digital advertising Report
Was kann jeder einzelne Publisher bereits jetzt tun, um seinen CO2- Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, bis wir als Branche übergeordnete, gemeinsame “Marktstandards” definiert haben, an die sich jeder halten muss. Denn es sollte allen Beteililgten klar sein, wie notwendig diese Standards sind, um Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit zu schaffen. Einheitliche Marktstandards stärken das Vertrauen in die Branche. Sind Publisher nach einem anerkannten Standard zertifiziert , können Verbraucher, Advertiser und alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten sicher sein, dass dieNachhaltigkeit glaubwürdig und anhand klar definierter KPIs gemessen wurde.
Doch bis diese Standards etabliert sind, stellt sich die Frage: Was können Publisher in ihrem Ad-Setup jetzt schon tun, um nachhaltiger zu agieren?
1. Minimierung unnötiger Requests
Die Minimierung unnötiger Ad Requests bedeutet, die Anzahl der Anfragen, die eine Webseite oder App an Ad-Server sendet, zu verringern. Dies verbessert nicht die Leistung und verkürzt die Ladezeiten, sondern ist auch aus Nachhaltigkeitsgründen ganz besonders wichtig, da es den Datenverbrauch senkt..
2. Implementierung Lazy Loading
Lazy Loading stellt sicher, dass Inhalte (wie Bilder, Videos oder Skripte) auf einer Webseite erst dann geladen werden, wenn sie tatsächlich benötigt werden, also beispielsweise wenn der Nutzer zu dem entsprechenden Bereich scrollt. Dies reduziert die Menge an Daten, die beim ersten Laden einer Webseite übertragen werden muss..
3. Multisize Request Optimierung
Die Multisize Request Optimierung bezieht sich auf die Optimierung von Werbeanfragen, bei der eine einzige Anfrage an einen Ad-Server mehrere Anzeigenformate gleichzeitig anfordert. Dies reduziert den Datenverkehr, senkt den Energieverbrauch, verbessert die Ladezeiten und verringert die CO2-Emissionen.
4. Bidder Reduzierung – zur Steigerung der Effizienz
Eine gezielte Verringerung der Anzahl von Bietern in Auktionen oder einem Wettbewerb kann die Effizienz steigern, den Ressourcenverbrauch senken und möglicherweise sogar höhere Erlöse durch den Fokus auf Qualität statt Quantität erzielen.
5. Supply Path Optimization & ads.txt
SPO minimiert unnötige Datenübertragungen und Serverprozesse, was den Energieverbrauch reduziert. Weniger Zwischenstationen bedeuten weniger Rechenleistung und Datenverkehr, was den CO2-Fußabdruck des digitalen Werbens verringert.
In Kombination mit ads.txt fördert dies Transparenz und Effizienz im digitalen Werbe-Ökosystem, was zu einer nachhaltigeren und umweltfreundlicheren Werbepraxis im digitalen Markt führt.
6. Green Inventory
Programmatic Advertising kann nachhaltig gestaltet werden, indem Anzeigen nur auf auf Webseiten oder Apps ausgespielt werden, die sich aktiv für Nachhaltigkeit einsetzen oder grüne Technologien nutzen.
Publisher und Vermarkter sollten daher Green Inventory anbieten, das ausschließlich auf Plattformen verfügbar ist, die sich dem Umweltschutz verschrieben haben.
7. Lean Creatives
Dieser Ansatz in der Erstellung und Produktion von Werbe- und Marketingmaterialien setzt auf Effizienz, Agilität und Ressourcenschonung. Im Gegensatz zu traditionellen, oft ressourcenintensiven kreativen Prozessen zielt Lean Creatives darauf ab, mit minimalem Aufwand maximalen Output zu erzielen.
Letztlich wird ein stärkeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit innerhalb der Branche sowie eine engere Zusammenarbeit durch Verbände der Branche, Internationale Gremien und Forschungseinrichtungen entscheidend sein, um innovative, umweltfreundliche Lösungen voranzutreiben und auch zu etablieren. Nur durch kontinuierliche Anstrengungen, Einführung von Standards und eine verantwortungsbewusste Ausrichtung kann die digitale Branche ihren Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstoßes leisten und eine nachhaltige Zukunft gestalten.


